(1967, Osnabrück)
Eva Preckwinkel versteht es aus allem etwas zu machen, das den Blick auf sich zieht, die Schaulust unmittelbar anspricht. Unter Verwendung ausrangierter Gegenstände, Billigprodukten, Textilien aller Art und Farbe entstehen poppig-witzige, die Wahrnehmung irritierende Objekte, die oft wie neuartige Genuss- oder Gebrauchsartikel aussehen. Mit ihren Objekten vermag sie auch tagtägliche Fragwürdigkeiten anzusprechen und mit ernstem Humor zeitgenössische Ansichten von Körperschönheit und darauf eingehende kosmetische und operative Manipulationen zu kommentieren.
Für ihre Malerei bedient sich Eva Preckwinkel immer wieder der Bilder aus Massenmedien und familiären Fotoalben, wobei die Malweise, abhängig von Sujet und Thema sehr unterschiedlich ist. Sie setzt Persönlichkeiten und Prototypen, die in den Medien allgegenwärtig sind, in der Malerei einer ihnen unvertrauten Welt aus.
Hier stößt aufeinander, was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hat. Doch durch die Malerei, durch Komposition und Accessoires wird das Zusammentreffen auf verblüffende Weise aussagekräftig.
Mit Witz, Ironie und tieferer Bedeutung kann Kunst auch heute gesellschaftlich-politische Probleme ebenso wie Familiäres und Persönliches thematisieren und zugleich ästhetisches Vergnügen bereiten. Dafür stehen die Objekte wie die Bilder von Eva Preckwinkel.
Martin Damus, 2010